Unterricht vorbereiten und Klausuren entwerfen kann tatsächlich auch Spaß machen! Wenn Ferien sind, die eigenen Kinder Ausflüge mit den Großeltern machen und somit viel Zeit da ist, um einmal in Ruhe über ganze Unterrichtseinheiten nachzudenken…
Aber mal ganz ehrlich: Zu Beginn meines eigenen Unterrichts habe ich einfach nicht gewusst, wie sinnvoll es ist, die Bearbeitung eines Themas komplett zu bedenken, und nicht nur von Stunde zu Stunde zu planen. Und vor allem ein übergreifendes Ziel einer Einheit wenigstens ungefähr im Kopf zu haben. Das erscheint ja alles völlig logisch, und trotzdem muss man als Anfängerin erst einmal dahinter kommen.
Die Klausur für meinen Grundkurs Deutsch macht mir trotzdem Sorgen. Wie sagte eine Kollegin: Drei Lehrer, vier Meinungen. Ich habe meine Entwürfe einigen Kolleginnen und Kollegen geschickt, und es kamen wirklich sehr (!) unterschiedliche Kommentare, Anmerkungen und Tipps zurück. Wie muss so eine Klausur aussehen? Wie hätte man sie als Schülerin selber gerne gehabt? Interessant, nicht langweilig, mit Logik und Struktur, verständlichen Texten, nicht zu lang, aber mit vielen Möglichkeiten, etwas Gutes zu schreiben. „Faust“ bietet dazu eine ganze Menge, aber eben auch so viel, dass es schwer fällt, die richtigen Aufgaben zu stellen. Es soll um das Menschenbild bei Goethe gehen, wie er es im „Faust I“ verwendet. Schaffen meine SuS das? Oder haben wir im Unterricht womöglich schon zuviel darüber gesprochen? Und wenn ich mir dann vorstelle, dass bei der Klausur bestimmt jemand fehlt und ich ja noch eine Nachschreibe-Klausur brauche, oje oje…
Natürlich wäre es auch schön, so etwas wie einen Erwartungshorizont vorher zu entwerfen. Macht das Korrigieren einfacher. Zeigt den SuS, was man sich vorgestellt hat. Und macht der Lehrerin vielleicht vorher schon klar, wie hochgegriffen und schwierig ihre eigenen Überlegungen sind. Na ja.
Aber noch anstrengender und arbeitsaufwändiger wäre wohl das Korrigieren der eben angesprochenen Klausur. Damit muss ich jedenfalls nicht meine Ferien verbringen, noch nicht.